Tagesarchiv: 2. Januar 2015

Mamallapuram – In der Tempel-Musterhausausstellung

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2. Januar – Tag 20

Wie schon angekündigt stand heute Kultur auf dem Programm bei mir – immerhin bietet Mamallapuram hier UNESCO-Weltkulturerbe-Status aufgrund seiner Steinmetzkunst!

Dabei gibt es vier verschiedene Kategorien an „Bauwerken“: Felsenreliefe im Freien, konstruktive Tempel, von Menschenhand geschaffene Höhlen und Rathas („Wagen“), das sind an Ort und Stelle aus einem einzigen Felsen gehauene Tempel-ähnliche Bauten.

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Also mache ich mich gegen 10:00 Uhr zu Fuß auf den Weg – denn hier kann man alles bequem in Laufentfernung erreichen. Aber kaum am ersten Tempel, dem Shore Tempel (erbaut im frühen 8. Jh.), angekommen, läuft mir der Saft aus allen Poren. Es ist heiß, richtig heiß! Und ohne den kühlenden Wind vom Meer ist die Hitze fast unerträglich! Bis zum Mittag habe ich dann auch schon drei Liter Wasser in mich hineingegossen… und mache über die Mittagszeit eine Pause auf meiner Besichtigungstour im Guesthouse.

Ich erspare euch jetzt mal die weiteren Details zu den einzelnen Stätten… aber es scheint abschließend nicht wirklich klar zu sein, ob der Großteil dieser Orte jemals wirklich für rituelle Handlungen genutzt worden ist oder ob es sich dabei nur um eine Art „Musterhausausstellung“ für die lokale Handwerkszunft gehandelt hat. Aber trotzdem beeindruckend – so oder so!

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Die Anzahl der westlichen Touristen hat übrigens mit meiner Ankunft hier in Mamallapuram sprunghaft zugenommen… aber die indischen Touristen sind und bleiben weiterhin in der Überzahl. Wen wundert es… sind doch gerade zwischen Weihnachten und Neujahr hier auch Ferien. Und alle Welt fährt durch das Land – zum Verwandtenbesuch oder um einfach mal Urlaub zu machen. Die Inder sind nunmal auch echte Familienmenschen – die Großfamilie ist hier nach wie vor aktuell. Und so fährt halt – wenn man es sich leisten kann – der ganze Clan zusammen in Urlaub.

Und dieses besondere Ereignis gilt es natürlich auch gebührend festzuhalten – in unzähligen Familienfotos! Da wird sich vor jedem Tempel in Pose gebracht… in allen nur erdenklichen Konstellation: Opa Karl und Oma Trude mit Enkeltochter Jacqueline, dann noch eins mit Cousin Kevin und dann noch eins mit dem Onkel Peter und der Tante Silvia! Die heißen hier alle natürlich anders – das ist mir schon klar. Da fehlt mir dann doch das entsprechende Wissen über gängige indische Vornamen. Aber ihr versteht schon, was ich meine. Jeder Chinese würde vor Neid erblassen – über soviel Fotografier-Leidenschaft, die hier zum Ausdruck kommt. Auch schon bei westlichen Touristen habe ich eine gewisse Infizierung mit diesem Syndrom beobachten können – definitiv nur noch nicht so deutlich ausgeprägt. Aber ich bleibe standhaft – noch kein einziges „Selfi“ vor Tempelkulisse!

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Abends sitze ich am Strand… auf einem Fischerboot. Die Sonne ist bereits untergegangen. Der Mondschein reflektiert glitzernd in der Brandung und lässt das Wasser wie flüssiges Silber erscheinen. Am wolkenlosen Himmel leuchten die ersten Sterne auf, am Horizont stehen die Positionslichter einiger Schiffe, gemächlich aber ohne Unterlass rollen die Wellen auf den Strand… und eine milde Brise weht vom Meer her. So gefällt es mir!

Leider mein letzter Abend in dieser kleinen Idylle. Aber das von mir auferlegte „Programm“ ruft und morgen geht es weiter nach Puducherry – oder, wie es früher hieß, Pondicherry.

Namaste! … wo immer ihr auch gerade seid!

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Mamallapuram – Ein Tag am Meer

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1. Januar – Tag 19

Heute gibt’s nicht viel zu berichten… denn ich habe einen Tag „Auszeit“ genommen – und die ganze hoch dekorierte Kultur mal links liegen gelassen und die meiste Zeit am Strand verbracht… welcher – nach indischen Maßstäben – auch ganz brauchbar ist! Ich habe mir sogar einen leichten Sonnenbrand eingefangen – und das an Neujahr!

Somit: Alles gut! Ich entspanne!

Namaste! … wo immer ihr auch gerade seid!