Tagesarchiv: 7. Januar 2015

Tiruchirapalli – Frische Farbe für die Götter

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7. Januar – Tag 25

Internet-mäßig ist es gerade schwierig in Kontakt zu bleiben. Mein aktuelles Hotel hat kein WLAN!

Aber deshalb heute nur eine kurze Zusammenfassung…

Den großen Tempel hier habe ich mir einfach mal „geschenkt“… wie ich später gesehen habe, ist der sowieso momentan komplett mit Folien zugehängt – wegen Renovierungsarbeiten! Auch Götter brauchen also mal ’nen neuen Anstrich!

Stichwort Götter… dafür war mir aber der Gott des Einkaufs heute sehr zugetan! Ich habe tatsächlich neue „Schlappen“ in Größe 12 erstanden… die der Verkäufer allerdings ganz unten aus dem Stapel rausgezogen hat. Ich nehme mal an, dass er froh war diesen Ladenhüter endlich los zu werden. Wurde auch dringend Zeit, denn mein bisheriges Schuhwerk drohte schon sich in seine Einzelteile zu zerlegen!

Dann habe ich noch zwei neue Hosen erstanden… ich hatte neulich im Bus einen kleinen „Unfall“ mit einer meiner Hosen… und habe mir an ungünstiger Stelle am Allerwertesten ein Loch reingerissen. Sehr unvorteilhaft! Aber jetzt bin ich wieder top ausgestattet. Und sogar eine ordentliche Länge haben die – wobei ich den Eindruck hatte, dass hier alle Hosen beim Kauf grundsätzlich erst einmal lang sind und man sie dann beim Schneider auf „seine“ Länge kürzen lässt. Aber den Weg kann ich mir natürlich sparen.

Und Souvenirs habe ich auch noch so einige erstehen können. Wie gesagt: Ein wahrlich göttlicher Tag zum Shoppen!

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Ansonsten habe ich noch das Rock Fort besucht. Wer aber jetzt an französische Käsespezialitäten denkt, ist auf dem Holzweg! Das ist eine ehemalige Befestigungsanlage auf einem 80 Meter hohen Felsen hoch über der Stadt. Ganz oben auf der Spitze der Anlage befindet sich der Ganesh-Tempel… von dessen Terrasse man eine fantastische Aussicht über die Stadt hat. Und somit habe ich mein Tempel-Pensum für heute doch noch erfüllen können!

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Morgen geht es dann weiter nach Madurai… in aller Frühe! Denn der Zug verlässt den Bahnhof – so die Eisenbahn-Götter es denn wollen – bereits um 7:15 Uhr. Die Fahrt wird voraussichtlich drei Stunden dauern. Die Fahrkarten (95 Rs.) haben wir uns heute morgen schon besorgt – wir, weil ich zurzeit noch mit Fernando unterwegs bin. Das ist ganz entspannt mit ihm, denn wir gehen jeder so unsere eigenen Wege und treffen uns hin und wieder immer mal.

Also mal wieder: Namaste! … wo immer ihr auch gerade seid!

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Tiruchirapalli – Happy Journey!

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6. Januar – Tag 24

„Happy Journey“ – so steht es oben auf jeder Fahrkarte der indischen Eisenbahngesellschaft, die übrigens der größte Arbeitgeber der Welt ist… und auch die zweitgrößte Eisenbahngesellschaft auf dem Globus! Mit denen werde ich heute meine nächste Etappe nach Tiruchirapalli zurücklegen. Das ist nur eine kurze Distanz… die Fahrt dauert mal gerade eine Stunde.

Aber vorher muss ich den Vormittag noch nutzen um meine Reiseplanung weiter voranzutreiben. Ich brauche ein Bahnticket von Madurai nach Kochi, einen Flug von Kochi nach Goa, eine Fahrkarte für den Nachtbus nach Mumbai, dort auch ein Hotel und für die Tour durch die Slums wollte ich mich auch noch anmelden.

Den Flug von Kochi nach Goa habe ich relativ schnell recherchiert im Netz – mit Air India gibt es eine Verbindung, bei der man nur einmal umsteigen muss. Aber die kann ich nicht direkt online buchen.

Die Bahnfahrt – es verkehrt nur ein durchgehender Zug auf der von mir ausgewählten Strecke – ist natürlich schon wieder ausgebucht. Aber ich habe gehört, dass es bestimmte Kontingente für ausländische Touristen gibt. Das will ich morgen dann am Bahnhof in Tiruchirapalli klären.

Die Buchung der Nachtbusfahrt wird dann zur echten Geduldsprobe. Der Anbietet hat zwar auch ein Online-Buchungssystem, aber jedes Mal nachdem ich meine kompletten Daten eingegeben habe – das ganze Bla-Bla mit Name, Alter, Geschlecht, Adresse und Kreditkarte – bricht der Bezahlvorgang ab. Nach dem dritten Versuch rufe ich die Hotline an, die mir freundlicherweise rät, es doch einfach noch einmal zu versuchen! Na danke für die Hilfe! Nach dem fünften Versuch gebe ich mich geschlagen. Ich werde es noch einmal in den nächsten Tagen versuchen.

Mein favorisiertes Hotel in Mumbai schreibt mir dann natürlich auch noch zurück, dass sie im entsprechenden Zeitraum schon ausgebucht sind. War ja klar! Ich wähle also drei andere Hotels aus dem Reiseführer aus und hoffe, mit meiner Anfrage hier erfolgreicher zu sein.

Wenigstens lässt sich die Tour durch die Slums einfach online buchen und direkt mit Paypal bezahlen. Warum kann nicht alles so einfach funktionieren?

Für den Flug brauche ich also jetzt ein Reisebüro! Deshalb frage ich den Rezeptionisten um Rat. Nach meinen „Hand-und-Fuß“-Erklärungsversuchen ist er zumindest halbwegs in der Lage meine Frage zu verstehen. Ja, da gäbe es eins direkt neben der Stadtverwaltung und dem Gericht. An der Ecke bin ich auf dem Weg zum Tempel schon mal vorbeigekommen – ich erinnere mich! Also los… ich laufe den Kilometer zu dem von ihm genannten Ort. Aber dort angekommen, findet sich weit und breit natürlich kein Reisebüro! Dafür stelle ich zu meiner Verblüffung fest, dass Thanjavur wohl die Welthauptstadt der Kopierläden sein muss… denn von denen gibt es hier Dutzende! Und ein Schreibbüro – wobei die Bezeichnung „Büro“ auch schon ziemlich hochgegriffen ist. Eigentlich haben hier nur mehrere Menschen einen Tisch mit einer Schreibmaschine drauf auf dem Gehweg stehen. Aber der zweifellos vorhandene Andrang läßt darauf schließen, dass es durchaus Nachfrage für diese Art der Dienstleistung gibt.

So suche ich weiter nach einem Reisebüro… Thanjavur ist halt keine Großstadt, wo man ein solches Geschäft an jeder Ecke finden würde. Und jemanden danach zu fragen gestaltet sich auch zunehmend schwerer – denn irgendwie wird mit jeder Etappe in Richtung Süden auch die Quote der „Englisch-Kundigen“ geringer.

Nach etlichen Frage-Versuchen finde ich dann einen Apotheker, der mich wieder vor sein Geschäft schiebt und mit dem Arm einmal diagonal über die Straße deutet… auf ein großes Plakat mit der Aufschrift „Air-Ticket Booking“. Heureka! Ich steige also die Stufen hinauf zu diesem ominösen Geschäft – welches eigentlich so etwas wie eine Wechselstube und ein Kreditvermittler ist. Die Flüge verkauft man hier dann quasi „noch so nebenbei“. Aber alles in allem macht der Laden einen soliden Eindruck.

Ich reiche der Dame auf der anderen Seite des Schreibtisches meine bereits im Internet recherchierte Flugverbindung und sie bestätigt mir diese – für 7.000 Rs. kein Schnäppchen, aber da es sich ja eigentlich um zwei Flüge handelt irgendwie schon in Ordnung. Ich fliege also jetzt von Kochi nach Bengaluru und von dort mit dem nächsten Flug weiter nach Goa.

Auf dem Rückweg zum Hotel laufe ich noch kurz am Bahnhof vorbei und kaufe die Fahrkarte für meine heutige Fahrt nach Tiruchirapalli – für 30 Rs. für eine Stunde Bahnfahrt!

Gelobt und gepriesen sei der Gott des öffentlichen Personenverkehrs – ob nah oder fern!

Um 13:00 Uhr bin ich zurück im Hotel und packe meine sieben Sachen zusammen… noch kurz meine Mails checken – aber keine Neuigkeiten von der Hotel-Front.

Und dann wird es auch langsam Zeit sich aufzumachen… der Zug fährt um 15:00 Uhr. Aber zum Bahnhof sind es nur einige hundert Meter vom Hotel aus. Auf dem Weg dorthin versorge ich mich noch mit Reiseproviant – Kekse und hier natürlich am allerwichtigsten: Wasser! Und um halb Drei stehe ich dann auf dem Bahnsteig und warte auf das, was da kommen mag… als plötzlich ein weiterer westlicher Tourist auftaucht – ein Portugiese namens Fernando, wie sich im Nachhinein herausstellen wird, der jetzt bereits sechs Jahre unterwegs ist quer durch die Welt.

An diesem Punkt sollte ich erwähnen, dass mir in den letzten Wochen einige Langzeitreisende über den Weg gelaufen sind… ein Paar aus der Schweiz, das jetzt seit zwei Jahren unterwegs ist (teilweise mit dem Fahrrad), die beiden Frauen aus Berlin, die seit anderthalb Jahren „on Tour“ sind, ein Israeli und ein Franzose, die sich seit einem Jahr schon durch die Welt treiben lassen. Da frage ich mich, wie die das alle finanziert bekommen – denn obwohl das tägliche Leben hier deutlich günstiger ist als in Europa, Geld kostet es ja trotzdem. Aber etwas neidisch war ich schon jedes Mal…

Der Zug hat Verspätung – eine halbe Stunde! Das bin ich von der indischen Eisenbahn gar nicht gewohnt… und das ist jetzt mal nicht ironisch gemeint! Denn meine bisherigen Erfahrungen gehen eher in die Richtung, dass die Züge hier (verhältnismäßig) pünktlich verkehren.

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Mit einer halben Stunde Verspätung geht es dann los um 15:30 und nach einer Stunde Fahrt sind wir in Tiruchirapalli – oder auch meistens Trichy genannt.

Die Stadt unterscheidet sich auf den ersten Blick und meinem Eindruck bei der Ankunft am Bahnhof nicht großartig von anderen indischen Städten.

Sie besticht einzig durch eine Festungsanlage auf einem Felsen in der Stadtmitte. Die wollte ich mir dann morgen anschauen… und den Sri Ranganathaswamy-Tempel. Und wer das am Stück ohne zu „stolpern“ aussprechen kann, bekommt von mir ein Banana-Lassi spendiert!

Namaste! … wo immer ihr auch gerade seid!

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