Tagesarchiv: 15. Januar 2015

Benaulim – Good-Bye Goa!

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15. Januar – Tag 33

Schon mein letzter Tag wieder in Goa – also dieses Mal nur eine kurze Stippvisite! Aber einen Eindruck von der Gegend habe ich jetzt zumindest. Es ist halt hier alles deutlich auf den Tourismus ausgerichtet, der ja hier in dieser Gegend auch schon vor einigen Jahrzehnten Einzug gehalten hat.

Den Vormittag verbringe ich damit in einem Reisebüro im „Dörfchen“ – der Ortskern Benaulim besteht vielleicht mal gerade aus 20 Häusern, davon bestimmt 18 mit Andenkenläden im Erdgeschoss – meine weitere Reise nach Hampi zu organisieren. Mit dem Zug scheint es schwierig zu sein – weil mal wieder alles ausgebucht ist. Aber es gibt eine Alternative, die durchaus ihren Reiz hat für mich: Ein Nachtbus! Nicht ganz preiswert für hiesige Verhältnisse, aber irgendwie spart man so ja auch eine Übernachtung… und das relativiert die Kosten für die Fahrt. Zur Auswahl stehen zwei Busse: Einer ohne Klimaanlage mit Sitzplätzen und einer mit Klimaanlage und Liegen. Da der Preisunterschied mit 250 Rs. jetzt eher banal ist, fällt mir die Wahl nicht schwer. Und so werde ich mich für 1.500 Rs. zehn Stunden lang durch die Nacht schaukeln lassen – aber zumindest liegenderweise!

Dass das trotzdem kein Spaß wird, ist mir allerdings schon jetzt bewußt – dafür sind die Überlandstraßen einfach in einem zu schlechten Zustand… und das bedeutet nun mal ein ständiges Anfahren, Abbremsen, Ausweichen… alle möglichen Fahrmanöver eben, die einen entspannten Schlaf fast unmöglich machen.

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Den Nachmittag verbringe ich noch am Strand und nach einem entspannten und sehr unterhaltsamen Abendessen zusammen mit einem Paar aus Italien mache ich mich um 20:00 Uhr per Motor-Rikscha auf den Weg nach Margao, der nächstgrößeren Stadt, von der die Nachtbusse aus abfahren.

Die Fahrt dorthin dauert gute 20 Minuten. Ich unterhalte mich mit meinem Fahrer über das Wetter in Deutschland… irgendwie ist das immer der kleinste, gemeinsame Nenner! Und er ist erstaunt, dass es in „Good Old Germany“ keinen Monsunregen gibt.

Die Abfahrt des Busses ist für 21:00 Uhr angesetzt… aber da der Bus schon von irgendwo anders her kommt, hat er – natürlich – mal wieder Verspätung! Aber wie ich ja schon mal geschrieben habe: Ankommen ist schließlich alles – und das funktioniert ja auch immer irgendwie!

Meine bisherigen Erfahrungen mit Nachtbussen in Indien beschränken sich auf eine Fahrt von McLeod Ganj nach Delhi vor drei Jahren. Das war allerdings ein Bus mit Liegesitzen – und eine ziemliche Tortour. So bin ich gespannt, was mich in diesem Gefährt erwartet – schließlich soll es hier richtige Liegen geben.

Um 21:20 Uhr rollt dann zuerst der Bus mit den Sitzplätzen an, direkt gefolgt vom Bus mit den Liegen. Nachdem der Schaffner meinen großen Rucksack im Gepäckraum verstaut hat, suche ich mir meinen Platz im Bus. Dort, wo sich sonst die Sitze befinden sind in diesem Bus Schlafkojen – jeweils zwei übereinander, vielleicht 1,90 m lang und 80 cm breit – wobei diese Liegefläche für zwei Personen ausgelegt ist! Ich habe aber eine komplette Doppelliege für mich allein.

Ich richte mich mit meinen Utensilien häuslich ein und dann geht es auch schon direkt los.

Das Gefährt schaukelt – wie schon befürchtet – ganz ordentlich. Ich versuche also mich in sowas wie eine „stabile Seitenlage“ zu bringen – um nicht bei jeder Kurve quer durch die Koje zu rollen… was irgendwie nicht so leicht fällt, dabei noch bequem zu liegen. Na, das kann ja heiter werden!

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