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Thanjavur – I feel like dancing…

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5. Januar – Tag 23

Heute stehen der Brihadishwara-Tempel und der königliche Palast in Thanjavur auf meinem Programm – viel mehr gibt es hier auch nicht zu sehen. Wobei der Tempel trotzdem schon etwas besonderes ist – und auch Weltkulturerbe-Status genießt.

Der Brihadishwara-Tempel wurde zum einen als Zeichen der Macht seines Erbauers – König Rajaraja I. (985-1014) – erbaut und zum anderen als Ort zur Verehrung der Gottheit Shiva. Die Ausmaße der Tempelanlage sind entsprechend riesig – alleine der Hauptturm misst eine Höhe von 61 Metern. Das Allerheiligste im Inneren des Tempels – ein 3,50 Meter hoher Shivalingam – trägt den Namen Adavallan… übersetzt bedeutet das „Derjenige, der gut tanzen kann“ und bezieht sich auf Shiva als Nataraja, den Gott des Tanzes, welcher die Lieblings-Gottheit des Königs war.

Obwohl der Tempel noch „in Betrieb“ ist, ist diese Lingam nicht immer zu sehen – so leider auch heute nicht. Der Vorhang wird nur für besondere Zeremonien gelüftet.

Der Palastkomplex, mit dessen Bau in der Mitte des 16. Jh. begonnen wurde, liegt in der Mitte der Stadt in etwa 2 Kilometern Entfernung zum Tempel und ist leider schon ziemlich „durch“ – verzeiht mir diese saloppe Ausdrucksweise… also ähnlich wie mein Hotel in Puducherry vom Zustand her! Zumal wenn man die Paläste in Rajasthan gesehen hat, kann einem dieses Gemäuer nur ein müdes Gähnen abgewinnen.

Aber nichts desto Trotz beherbergt dieser Palast die größte und bedeutendste Chola-Bronzen-Sammlung der Welt. Dabei handelt es sich ursprünglich um heilige Tempelobjekte – wie z.B. das Bildnis Shivas, auf einem Bein stehend, von Flammen umgeben und mit wilden, fliegenden Locken – ein weltweit bekanntes „Markenzeichen“ für Indien… fast so wie das Taj Mahal.

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Ein ausgefüllter Tag jedenfalls! Und langsam geht es daran, mir Gedanken über den Rest meiner Reise zu machen… die ersten drei Wochen sind um. Ich habe schon etwas gestrichen von meiner Liste – denn das wird einfach zu viel und ist nicht wirklich realistisch zu bewältigen. Und irgendwie soll es ja auch noch Urlaub sein… dachte ich mir mal.

Ich muss mich um mein Hotel in Mumbai kümmern… Mumbai ist halt immer was besonderes – die heimliche Hauptstadt Indiens. Die Preise verdreifachen sich dort schnell für Hotels im Vergleich zum Rest des Landes… und ohne Reservierung bekommt man schon gar nichts erschwingliches. Das war ja auch meine Erfahrung bei meinem letzten Aufenthalt.

Und ich werde versuchen an einer organisierten Tour durch die Slums von Mumbai teilzunehmen… sowas wird tatsächlich angeboten und ich glaube, dass das eine sehr spezielle aber auch besondere Erfahrung sein kann. Ich halte euch auf dem Laufenden diesbezüglich!

Morgen geht es aber erstmal weiter mit dem Zug nach Tiruchirapalli – oder kurz einfach nur Trichy… bei dem richtigen Namen komme ich auch ins Artikulations-Stolpern. Aber das ist nur eine Dreiviertelstunde von hier entfernt – nach den Torturen der letzten Tage ja auch mal ganz angenehm!

Namaste! … wo immer ihr auch gerade seid!

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On the road to Rajasthan

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9.-11. November / Tag 23-25

Ihr Lieben da draußen und Zuhause!

Ich muss jetzt erst ‚mal tief durchatmen… denn mein „Reisetempo“ hat sich in den letzten drei Tagen doch deutlich gesteigert. Das hat den Grund, dass ich ja seit dem 9. November einen Wagen mit Fahrer habe. Und Radhey – mein Fahrer – ist schon ein sehr spezieller Typ… der König von Rajasthan, wie er sich heute selber betitelt hat… er hat auf jeden Fall ein gesundes Ego und kennt wirklich „Gott und die Welt“ – auch wenn das bei den Hindus bestimmt anders heißt… die haben ja jede Menge Götter… das ist fast schon inflationär.

Radhey „schleppt“ mich überall hin und gibt mir dabei oft einen Blick „hinter die Kulissen“ – einerseits, was hier direkt den Tourismus angeht, andererseits zeigt er mir aber auch die Ecken abseits der Touristenpfade… auch die vielleicht nicht immer so schönen Saiten dieses widersprüchlichen und vielfältigen Landes. Wir lachen viel und versuchen die „Cheater“ (Betrüger) – so nennt Radhey die Leute, die versuchen die Touristen über’s Ohr zu hauen – mit Ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Er ist schon ein wirklich ungewöhnlicher Typ… ganz bestimmt nicht der Fremdenführer und Fahrer aus dem Reisekatalog… aber der wäre mir wahrscheinlich eh‘ auch zu langweilig.

Heute haben wir z.B. in einer echten indischen Fernfahrer-Raststätte (anders weiß ich es nicht zu beschreiben, auch wenn es nicht das war, was Ihr Euch jetzt wahrscheinlich drunter vorstellt… halt eher eine „zusammengezimmerte“ Hütte am Straßenrand, in der gekocht wurde) zu Mittag gegessen. Weil ich dort erzählt habe, dass ich auch schon mal einen Lkw gefahren habe (naja… einen 7,5-Tonner), hat Radhey direkt mit einem Fernfahrer gesprochen, der mich dann mit seinen Kollegen einige Kilometer „auf’m Bock“ mitgenommen hat. Das war – trotz komplizierter Verständigung – ein ziemlicher Spaß! Nicht nur für mich… auch für die Trucker… wirklich herzensgute und liebe Typen! Und auch die Leute am Straßenrand und an der Mautstation haben große Augen gemacht. Ein „Westler“ im indischen Truck ist auf jeden Fall für alle ein ziemlicher Hingucker gewesen. Aber das Angebot den Lkw ‚mal selber zu fahren – immerhin eine große Zugmaschine mit Aufleger – habe ich dann dankend abgelehnt!

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Ihr seht bzw. lest ja, dass meine Reise gerade etwas andere Züge angenommen hat. Und das finde ich auch gar nicht schlecht so.

So ganz „nebenbei“ habe ich in den letzten Tagen noch Sehenswürdigkeiten von Weltrang gesehen – den Qutb Minar sowie das Indira Gandhi Memorial in Delhi, das Taj Mahal und das Rote Fort von Agra, die verlassene Stadt Fatehpur Sikri sowie die größte Treppenquelle ganz Rajasthans in Abhaneri (Escher läßt schön grüßen).

Soweit möglich werde ich natürlich auch weiterhin versuchen Euch mit meinen Geschichten und Erlebnissen zu versorgen… soweit ich noch hinterherkomme mit dem Aufschreiben!

Heute Abend sind wir in Jaipur angekommen. Das liegt etwa 200 Kilometer westlich von Agra und bereits in Rajasthan. Von hier aus wird meine Reise weitergehen über Nagaur, Jaisalamer (Wüste Thar), Jodhpur und Ranakpur nach Udaipur. Da „verläßt“ mich mein Fahrer wieder und ich werde mit der Bahn weiterreisen nach Ahmedabad und Mumbai, meiner vorerst letzten Station auf dieser Reise. Schaut doch einfach ‚mal in Euren alten Dierke-Weltatlas…

Zum Schluss möchte ich noch versuchen Euch durch diese Fotos hier einige meiner Erlebnisse etwas näher zu bringen… ohne Worte…

Wie gewohnt ein „Namaste“ Euch allen und passt auf Euch auf!

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