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Hampi – Auf Klassenfahrt ins Land der Tempel

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17. Januar – Tag 35

Heute mal nur ein ganz kurzer Text für euch… denn ich bin etwas unter Zeitdruck. Um 9:00 Uhr muss ich auschecken aus dem Guesthouse. Dafür gibt es aber einige Bilder zum Anschauen – ist ja auch was!

Gestern stand der zweite Teil meiner Tempel- und Palasttour hier in Hampi an. Um das etwas komfortabler zu gestalten, habe ich mir für den ganzen Tag eine Motor-Rikscha samt Fahrer gemietet, der mich dann durch die Gegend gefahren hat… man gönnt sich ja sonst nichts! Und so waren wir acht Stunden „auf Achse“…

Auch der zweite Teil dieser Entdeckungstour war ein wirklich schönes Erlebnis für mich – und auch dieses Mal waren es wieder die Orte im Nirgendwo, die es mir besonders angetan haben… vielleicht können die Bilder etwas von der Atmosphäre vermitteln.

Wenn ihr euch jetzt fragt, was das alles mit einer Klassenfahrt zu tun hat… irgendwie war gestern der lokale Klassenfahrt-Tag… und überall – zumindest an den direkt von der Straße aus zugänglichen Orten – wimmelte es von Grundschulklassen! Versucht da mal ordentliche Fotos zu machen ohne Horden von Kindern im Vordergrund drauf… eine echte Geduldsprobe! Mal ganz davon abgesehen, dass einem jeder die Hand schütteln will und die üblichen Fragen stellt… What’s your name? What’s your country? Für die Kinder schienen die Touristen die wirkliche Attraktion zu sein… und nicht die alten Gemäuer!

Heute geht es weiter nach Bijapur – weiter Richtung Norden, weiter Richtung Mumbai, meinem letzten Ziel auf dieser Reise…

Namaste! … wo immer ihr auch gerade seid!

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P.S.: Auch obwohl das kein echtes „Selfie“ ist… aber diesen Augenblick haben italienische Freunde hier für mich festgehalten… die „Dame“ war auf jeden Fall sehr zutraulich… und ich habe den Verdacht, sie wollte – so wie viele andere Inder hier auch – ein gemeinsames Foto mit mir. Also bitteschön – hier ist es! Ob die Kuh eine eigene Facebook-Seite hat, hat sie mir aber nicht gesagt…

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Udaipur – Ende einer gemeinsamen Reise

21. November / Tag 35

Den Vormittag verbringen wir einfach nur zuhause. Ich habe den Vorschlag von Radhey abgelehnt, noch weiter nach Chittorgarh zu fahren um dort noch die Festungsanlagen zu besichtigen. Mittlerweile habe ich so viel gesehen – und ganz bestimmt jede Menge Forts und Paläste, dass mir eher nach einem beschaulichen und entspannten Familientag zumute ist: Wir unterhalten uns – soweit möglich, ich fege den Hof, was direkt zu einem Menschenauflauf der gesamten Nachbarschaft am Hoftor führt und helfe der Tante beim Vorbereiten des Essens…

Für den Nachmittag hatte ich mir gewünscht noch einige Besorgungen zu machen. Das ist leider so eine Unart von meinem Begleitet, der immer und überall meint, wenn ich etwas Schönes entdecke, ich solle es jetzt nicht direkt kaufen. Das sei hier viel zu teuer und er wisse ein Geschäft in einer anderen Stadt, wo es das alles viel günstiger gäbe. Aber diese Geschäfte habe ich dann noch nie „von innen“ gesehen… So wollte ich z.B. gerne Musik-CDs mit indischer Musik kaufen… und jetzt sind wir in Udaipur – der letzten gemeinsamen Station unserer Rundreise – angelangt und Radhey fährt „auf Sicht“ durch die Stadt um ein CD-Geschäft ausfindig zu machen… Ganz fantastisch! Das hätte ich jetzt auch noch hinbekommen! Nachdem er dann jemanden gefragt hat, finden wir zwar auch einen entsprechenden Laden, aber da gibt es eben nicht diese speziellen CDs, die ich gesehen hatte. Und Radhey kann gar nicht verstehen, warum ich keine von den anderen CDs kaufe… Musik ist doch Musik! Auf die Diskussion lasse ich mich jetzt aber gar nicht erst ein – da könnte man auch versuchen einer Kuh die Gesetze der Thermodynamik zu erklären – und verschiebe diesen Einkauf auf meinen Aufenthalt in Mumbai.

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Und dann nähert sich die Stunde des Abschieds: Mein Zug fährt um 19:25 Uhr. Gemeinsam mit den beiden Cousinen bringt mich Radhey zum Bahnhof von Udaipur. Nachdem ich meine gesamten Habseligkeiten aus dem Kofferraum (Geschenke!) in ein handliches Paket zusammengepackt habe, läuft Radhey noch los um mir etwas zu Essen für die Zugfahrt zu organisieren. Die beiden Mädels helfen mir derweil dabei meine Taschen zum Bahnsteig zu tragen. Am Zug angekommen stelle ich fest, dass der angeblich ausgebuchte Zug halb leer ist – und das fünf Minuten vor Abfahrt… da ist es doch unwahrscheinlich, dass hier noch solche Menschenmassen kurz vor Toresschluss auflaufen… also doch noch ein Liege im klimatisiereten Schlafwagen für mich? Radhey, der mittlerweile mit einer kleinen Packung Toastbrot und zwei gekochten Eiern als Reiseproviant auch am Zug angekommen ist, sprintet los zum Schlafwagenschaffner… um dann wenige Augenblicke später aus der Distanz das entscheidende Zeichen zu geben: Er winkt uns zu sich hin – es gibt also noch freie Plätze. Gemeinsam wuchten wir mein Gepäck in den Zug in mein neues Abteil. Die Verabschiedung fällt dann leider kürzer als gedacht aus, denn plötzlich bemerkt Radhey, dass sich der Zug bereits in Bewegung gesetzt hat – was hier aber kein Problem darstellt: Selbstschließende und -verriegelnde Türen existieren bei der indischen Eisenbahn nicht. Ich nehme alle zum Abschied noch kurz in den Arm und die drei sprinten den Gang des Waggons entlang in Richtung Ausgang… ich hinterher. Durch die noch offene Wagentür sehe ich meine drei winkenden Freunde langsam aus meinem Blickfeld verschwinden… ein Abschied, mit dem ich so sicherlich niemals gerechnet hätte.

Beim Schlafwagenschaffner bezahle ich noch den Differenzbetrag für mein „Upgrade“: 400Rs. – macht zusammen dann 572Rs. (8,20 Euro) für die komplette Strecke von fast 300km.

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Mein Abteil – das sind vier Schlafpritschen in gewohnter Liegewagenaufteilung – teile ich mit zwei indischen Geschäftsleuten. Mit dem einen der beiden – seines Zeichens indischer Handelsvertreter für eine große Pumpen-Firma aus Winterthur – unterhalte ich mich noch über meine bisherige Reise und ihre Stationen. Später kletterte ich dann zu meiner Liege hoch und schlafe – soweit das für mich generell in Schlafwagen möglich ist – mehr oder minder schnell ein.