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Mumbai – Good-Bye Indien

23. Januar – Tag 41

Mein Start in den Morgen ist hart: Erst schellt der Wecker um 3:00 Uhr und dann kommt kein warmes Wasser aus der Dusche! Nun ja, die Geschichte mit dem warmen Wasser ist halt irgendwie immer Glückssache – und kein Standard in hiesigen Hotels!

Ich räume meine letzten Sachen wieder in den Rucksack ein… es ist Zeit zu gehen… kurz vor Vier. Mein Taxi wartet unten bereits vor der Tür des Hotels… eine Dreiviertelstunde Fahrt bis zum Flughafen.

Sechs Wochen sind vorbei – und wie im Fluge vergangen… kaum zu glauben! Auch obwohl ich mich schon irgendwie wieder auf Zuhause freue… zwei, drei Wochen hätte ich bestimmt noch so weitermachen können. Und zu sehen hätte es noch jede Menge gegeben – da bin ich noch lange nicht „fertig“ mit Indien – einem Land der Superlative in jeglicher Hinsicht, einem Land der harten Kontraste, einem Land mit wundervollen Menschen und einer unglaublich reichen und vielfältigen Geschichte.

Indien zu erleben – das bedeutet mehr, als sich einfach nur ein paar Tempel anzuschauen. Ich habe genau die Momente am meisten genossen, in denen ich Kontakt zu den Menschen hier hatte – auch obwohl es da schon mal nervige Situationen gegeben hat.

Indien zu verstehen bedeutet noch mehr… das bedeutet, sich auf eine andere Denkweise einzulassen, gewohnte Werte und Bilder in Frage zu stellen – und die Offenheit zu haben auch diesen anderen Weg gehen zu können. Denn – wie ihr in meinen Beschreibungen sicherlich bemerkt habt – in vielerlei Hinsicht ticken die Uhren hier anders!

Am Flughafen in Mumbai herrscht dann schon – für diese frühe Uhrzeit – mächtiger Trubel. Aber das Einchecken funktioniert problemlos und wenig später sitze ich am Gate und warte auf das Boarding.

Der vorgesehene Abflug verschiebt sich dann irgendwann still und heimlich von 7:00 Uhr auf 7:15 Uhr. Air India hält es nicht so genau mit der Pünktlichkeit – ist meine Feststellung zumindest. Aber ich habe dieses Mal ja ausreichend Zeit um in Delhi umzusteigen – kein Grund zur Panik also.

Als der Herr dann beim Boarding meine Bordkarte unter den Scanner hält, wird das Licht nicht – so wie bei den Passagieren vor mir in der Reihe – grün, sondern springt auf rot! Na prima, denke ich noch… was stimmt den jetzt nicht? Der Mitarbeiter von Air India macht zwei, drei Eingaben auf der Tastatur und sagt zu mir: „You have been upgraded!“ Das hört man gerne! Ich darf also nach Delhi ganz offiziell Businessklasse fliegen – da hat es der Gott der Luftfahrt also noch mal gut mit mir gemeint zum Ende meiner Reise!

Mit dem Bus werden wir zum Flugzeug gebracht… aber irgendwie habe ich das Gefühl, der Fahrer will uns mit seinem Gefährt persönlich nach Delhi bringen… wir fahren und fahren – bis schon überhaupt kein Flugzeug mehr in Sicht ist. Fast eine Viertelstunde „schleichen“ wir bei 30 km/h über das Vorfeld… und fahren vom Inlandsflughafen zum internationalen Teil. Schließlich hält der Bus dann vor einem Airbus A321 – alles aussteigen bitte!

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In Reihe 3 darf ich es mir bequem machen – und zur Abwechslung mal die neidischen Blicke der Herrschaften genießen, die an mir nach hinten in die Economy-Klasse vorbeiziehen. Vor dem Start gibt es dann erst einmal feuchte Tücher und einen Fruchtsaft zur Erfrischung… so macht das Fliegen gleich noch mehr Spaß!

Um 8:00 Uhr wird das Flugzeug dann von seiner Parkposition zurückgeschoben und gut zehn Minuten später erheben wir uns in die Lüfte… in Richtung Delhi. Der Flug dauert 1 Stunde und 35 Minuten und wir landen wie angekündigt um 9:45 Uhr in der Hauptstadt Indiens. Dort werde ich auch schon mal etwas auf deutsche Wetterverhältnisse vorbereitet und langsam abgekühlt – draußen herrschen für hiesige Verhältnisse eisige 12 Grad!

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Um 11:00 Uhr habe ich dann den gesamten Parcours aus Sicherheitskontrollen und Ausreiseformalitäten durchlaufen und halte meine neue Boardingkarte für den Flug nach Frankfurt in Händen… und jetzt heißt es mal wieder: Abwarten! Der Abflug ist für 13:35 Uhr angesetzt und bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich der Start noch verschieben könnte… aber ich will den Tag nicht vor dem Abend loben!

Und es kommt, wie es kommen muss – erst steht als Abflugzeit 14:00 Uhr auf der Anzeigetafel… und letztendlich heben wir erst um Halb Drei ab. Aber trotzdem sollen wir – zumindest laut Bordcomputer – schon um 17:30 Uhr in Frankfurt landen! Mir soll es recht sein… aber ich bin trotzdem skeptisch, ob wir das schaffen werden.

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6650 Kilometer liegen schlussendlich hinter mir als wir um 18:41 Uhr in Frankfurt aufsetzen – nach achteinhalb Stunden Flug. Wieder zurück in Deutschland… und wieder zurück in der Kälte! Brrrrr! Aber dass es so kalt ist hier hätte ich nicht gedacht…

Abschließend hoffe ich, dass ihr ein wenig Spaß hattet mich zu begleiten auf meinem kleinen Abenteuer… und vielleicht auch das eine oder andere über dieses faszinierende Land erfahren habt, das ihr noch nicht wusstet. Für mich war es eine fantastische Reise – mal wieder! Indien ist mir „ans Herz gewachsen“… und ich bin sicherlich nicht zum letzten Mal dort gewesen – wenn mich auch das Fernweh auf meiner nächsten größeren Reise wahrscheinlich erst einmal in eine andere Ecke der Welt ziehen wird. Aber Pläne gibt es viele… ich werde sehen, wo das denn genau sein wird. Und werde davon berichten – wenn es wieder soweit ist!

In diesem Sinne zum vorerst letzten Mal: Namaste! … wo immer ihr auch gerade seid!

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Die Kuh macht die Fliege

27. November / Tag 41

Ich bin schon wieder erkältet… nicht wirklich schlimm, aber es reicht… zumindest habe ich einen ordentlich festsitzenden Husten, der mich erst nicht hat einschlafen lassen und mich dann heute morgen um kurz vor fünf Uhr wieder wach bekommen hat… ich glaube, meine Zimmernachbarn übrigens auch! An jeder Ecke bläst hier auch irgendwo ein Ventilator oder eine Klimaanlage kühlt alles auf Kühlschranktemperatur runter… und mit den ständig verschwitzten Klamotten wundert es mich natürlich auch nicht wirklich, dass ich schon wieder krank bin. Ich war aber heute noch in der „Apotheke“… hoffentlich lassen die mich mit meinem „Medikament“ überhaupt nach Deutschland einreisen… Ich erinnere mich da noch gut an einen indischen Hustensaft, den ich mir auf Sri Lanka gekauft hatte. Der Husten war zwar gestillt… aber ich war auch „lustig“ benebelt… so etwas fällt bei uns mit Sicherheit unter das Betäubungsmittelgesetz!

Mein Reiseführer führt für Mumbai die Markthallen als das Highlight auf. Das wollte ich mir natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. Und da es auf solchen Großmärkten ja in der Regel schon früh „zur Sache“ geht, bin ich – trotz heutigem Sonntag – auch bereits um acht Uhr dort hingefahren – mit dem Bus für den Super-Spar-Preis von 7Rs. (10 Cents).

Wie sagte heute noch jemand zu mir: Mit Indien wäre das bei ihm eine echte Hassliebe: Wenn er eine Zeit lang hier gewesen ist, hätte er auch „die Nase voll“ von Land und Leuten… aber kaum Zuhause wieder angekommen würde die Sehnsucht nach dem Subkontinent sofort wieder erwachen.

Wie ich das sehe? Das wird die nächste Zeit zeigen. Was ich nur jetzt schon mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich zumindest eine Indien-Pause vertragen kann… aber auch, dass ich sehr wahrscheinlich zurückkommen werde – immerhin habe ich ja noch Südindien in Gänze „vor der Brust“…

Das Bild hier ist übrigens KEINE Fotomontage! Ganz ehrlich! So gesehen heute in der Markthalle in Mumbai! Frohe Weihnachten wünscht Euch schon ‚mal Eure Heilige Kuh!

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